Willkommen beim Heilbronner Käthchentüten- kurzgeschichtenschreibwettbewerb!
"Weck' das Käthchen in Dir !"

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Liebe AutorInnen und Autoren,
128 Kurzgeschichten mit einem Zitat aus „Das Käthchen von Heilbronn“ sind bei uns eingegangen. Wir sind überwältigt! Der Stoff war nicht leicht, aber Ihre Kreativität und Phantasie haben uns gezeigt, wie viel Talent in Ihnen allen steckt.
Jetzt haben wir die Qual der Wahl, zehn Geschichten auszusuchen, die dann ab Mitte März auf die Bäckertüten der Bäckerei Haerdtner und Mitterer kommen. Das wird nicht leicht, denn eine erste Durchsicht ergab, dass es viel mehr sind, die einen Abdruck verdient hätten. Also freuen Sie sich mit den zehn Gewinnern, denn Gewinner sind Sie alle.
Für die erste Tütenstaffel hat sich die Jury für folgende AutorInnen und deren Geschichten entschieden:

- Verena Kern, Agrarwissenschaftliches Gymnasium, Öhringen, Klasse 13

- Dr. Irene Schlör, Heilbronn

- Lena Roth, Eduard-Mörike-Gymnasium, Neuenstadt, Klasse 13

- Tanja Sagasser, Heilbronn

- Zwei sehr kurze Geschichten auf einer Tüte:

         - Carola Krawczyk, Stuttgart
         - Katrin Barbara Heinkelein, Brackenheim


Ende April werden wir dann die Autorinnen und Autoren für zweite Staffel mit den nächsten fünf Tütengeschichten bekannt geben – damit es spannend bleibt.

Ab voraussichtlich Juni 2010 werden wir dann anschließend alle 128 Einreichung auf DinA3 kopieren und mit Ihrer Erlaubnis in der Stadtbibliothek Heilbronn ausstellen und ebenso, wenn Sie es wünschen auf dieser Website allen Interessierten zum Lesen anbieten.
Begleitend werden wir eine SchülerInnen Lesung machen, sowie Lesungen mit einigen anderen ausgesuchten Geschichten.
Darüber hinaus ist es nachher auch unser Ziel, mit etwa der Hälfte aller eingereichten Kurzgeschichten ein kleines Buch herauszugeben, als Erinnerung für Sie, an  „200 Jahre das Käthchen von Heilbronn“.
Wir bedanken und ganz herzlich für Ihre Teilnahme.

Dorit Kuhnle, Marion Wüstling, Jörg Hügel (Stadtbibliothek Heilbronn),
Marc Haerdtner (Bäckerei Haerdtner)
und Ingo Klopfer (maringo Verlag)

----------------------------------------So war das ! ------------------------------------------

Der Schreibwettbewerb ist beendet. Bitte senden Sie uns keine weiteren Kurzgeschichten !

Machen Sie mit und schreiben Sie eine abgeschlossene Kurzgeschichte, die mit einem Zitat Ihrer Wahl aus dem Schauspiel „Das Käthchen von Heilbronn“  von Heinrich von Kleist beginnt.

Dieses Zitat, egal wie lang es ist, muss mit einem Vermerk versehen sein, aus welchem Akt und welcher Szene es entnommen wurde.

Zum Beispiel:
"Verfolg mich nicht. Geh nach Heilbronn zurück."  (1. Akt, 2.Auftritt, Der Graf vom Strahl)

Daran schließt sich dann Ihre Kurzgeschichte an. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und schreiben Sie eine Kurzgeschichte die einen logischen Zusammenhang zum gewählten Zitat herstellt.

Der Inhalt kann witzig, unterhaltsam, nachdenklich, traurig, dramatisch, spannend oder absurd sein, hier sind Ihrer literarischen Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Bitte bedenken Sie jedoch, dass Ihre Geschichte, sollte sie von unserer Jury ausgewählt werden, auf eine Bäckertüte gedruckt wird und so auf 250 000 Frühstückstischen landen wird. Ihre Geschichte also in Vesperpausen, in Wartezimmern oder in der Straßenbahn auf der Fahrt zur Arbeit oder zur Schule von Tausenden von Bürgerinnen und Bürgern gelesen wird. Schreiben Sie also eine Kurzgeschichte, wie Sie sie selbst gerne zum Frühstück lesen würden.

Eine Bespielkurzgeschichte das Autors Nicolai Köppel finden Sie ganz unten vor den Teilnahmebedingungen.

Die Kurzgeschichte darf maximal 400 Wörter ( inklusive Käthchenzitat) umfassen.
Natürlich können es auch weniger als 400 Wörter sein, aber mehr passen nicht auf die vorgegebene Größe einer Bäckertüte.
Am Schluss jeder eingereichten Kurzgeschichte muss Ihr vollständiger Name, Ihr Geburtsjahr und ob Sie am Schülerwettbewerb teilnehmen ( weil Sie noch Schülerin/Schüler sind), auf jeden Fall Ihre Adresse, Ihre Telefonnummer und (wenn vorhanden) Ihre E-Mail Adresse angegeben werden, damit wir Sie informieren können, ob Ihre Geschichte für eine der 10 Käthchentüten ausgewählt wurde.

Ihre Kurzgeschichte können Sie auf zwei Wegen zu uns schicken:

a)   Als Word-Dokument im Anhang oder als Text in einer Mail mit dem Kennwort "Käthchentüte" an:

kurzgeschichte@kaethchentuete.de
oder

b) Als Briefsendung auf dem Postweg (bitte Namen und Anschrift nicht vergessen) an die:

Stadtbibliothek Heilbronn
z.H.v.  Dorit Kuhnle
Kennwort: "Käthchentüte"
Berliner Platz 12
72072 Heilbronn


Was gibt es zu gewinnen?

Vor allem viel Ruhm und Ehre! Ihre Kurzgeschichte erscheint in einer Bestsellerauflagenhöhe von etwa 50 000, das bedeutet gleichzeitig eine Leserschaft von circa 50 000 Leserinnen und Lesern in ganz Heilbronn und Umgebung!
Es wird außerdem kleinere und größere Veranstaltungen und Lesungen geben, die Presse und das Radio werden sich sicherlich sehr für die Gewinnerinnen und Gewinner und deren Geschichten interessieren und überall wird Ihr Name stehen - wenn Sie das wollen.
Darüber hinaus werden die Stadtbibliothek, die Bäckerei Haerdtner & Böhringer, sowie der maringo Verlag ihre Favoriten mit kleinen Preisen und Gutscheinen prämieren.
Aber eigentlich geht es darum, mitzumachen und den ganz Großraum Heilbronn mit Ihren Käthchenzitat-Kurzgeschichten zu beglücken, alle Leserinnen und Leser an Ihren Ideen teilhaben zu lassen, das 200. Jubiläum der Uraufführung des berühmten Schauspiels, in der namensgebenden Stadt zu feiern und zu beweisen, dass es in Heilbronn viele kreative Menschen gibt und "Lese-" oder " Schreibfaulheit" hier Fremdwörter sind.

Machen Sie mit und schicken Sie uns Ihre Kurzgeschichte !

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Praktisches Vorgehen - eine Kurzanleitung für Kurzgeschichtendebütanten:

1. Gehen Sie an Ihr Bücherregal und nehmen Sie Ihre Käthchenausgabe mal wieder zur Hand.
-----> Falls Sie wider Erwarten keine Ausgabe zuhause haben sollten, oder diese in altdeutscher Schrift geschrieben ist, kaufen Sie sich das Schauspiel bei einem Buchhändler Ihres Vertrauens („Das Käthchen von Heilbronn“ im Haus zu haben, hat noch nie geschadet).
-----> Falls kein Geld zur Hand ist, gehen Sie zu Ihrer Nachbarin, in die Stadtbibliothek oder in ein Antiquariat, da findet sich sicher eine schöne lesbare Ausgabe.

2. Blättern Sie sich durch die Akte und Szenen des Schauspiels und entdecken Sie eine für Sie bedeutende Stelle, einen schönen Satz, ein Zitat. Es lohnt sich.

3. Streichen Sie sich ihre Lieblingssätze an - und nehmen Sie diese mit in den Tag.

4. Na, immer noch nicht inspiriert? Probieren Sie doch mal aus, wie sich Sätze von Kleist in Ihrem Alltag anfühlen. Zitieren Sie ihn. Sagen Sie zu Ihrer Frau oder zu Ihrem Mann wenn es beim nächsten Urlaub streit gibt: 
"Verfolg mich nicht. Geh nach Heilbronn zurück"  ( 1. Akt, 2.Auftritt, Der Graf vom Strahl)
oder: " Ich will dich ins Kloster bringen..."(3. Akt. 1. Auftritt, Theobald)

5. Setzen Sie diesen ausgesuchten Satz oben auf Ihr Blatt, schreiben Sie, wo Sie diesen entdeckt haben und dann erzählen Sie uns in 400 Wörtern, was damit passiert. Schon haben Sie eine Kurzgeschichte fertig.

6. Jetzt schicken Sie diese Geschichte entweder auf dem elektronischen Weg via Internet an kurzgeschichte@kaethchentuete.de oder stecken Ihre hoffentlich gut lesbare Kurzgeschichte in einen Briefumschlag und senden ihn an die obenstehende Adresse der Stadtbibliothek Heilbronn.

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Hier mal eine exemplarische Kurzgeschichte, wie sie denn aussehen könnte von dem Heilbronner get shorties Autor Nicolai Köppel.


Später werden wir hier auf dieser Seite auch gerne Ihre Kurzgeschichten einstellen, damit alle Teilnehmer und Interessierte diese lesen können, aber dazu müssen Sie erstmal eine Schreiben. Legen Sie los!

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"Verfolg mich nicht. Geh nach Heilbronn zurück."  (1. Akt, 2.Auftritt, Der Graf vom Strahl) ... stupfte er mich mit dem ledrigen Zeigefinger vor die Brust und setzte den Weg treppauf zum Asperg fort, ein Zipfel des gelben Schals baumelte ihm das Rückgrat herunter.Wie war es soweit gekommen?
Der RE 4933 fährt täglich um 8 Uhr 12 von Heilbronn nach Stuttgart, ohne Halt bis Bietigheim. Deshalb konnte ich nicht so tun, als müsse ich aussteigen und den Waggon wechseln, um dieser Laberbacke zu entgehen, neben die ich mich aus Versehen gesetzt hatte. Weiß man ja nicht vorher. Den gelben Schal fand ich putzig für einen etwa Fünfzigjährigen. Man nimmt ja an, die Menschen sind nett, bis man sie reizt. Wohl aber gibt es Leute, die vom Leben dauerüberreizt daherkommen und denen man das nicht sofort anmerkt. Man nimmt ja nur Störungen des Grundzustands wahr, gestörte Grundzustände erst auf den zweiten Blick. Bis Bietigheim hatte ich jetzt auszuhalten, dann konnte ich einen Ausstieg simulieren und weiter hinten wieder zusteigen, um pünktlich nach Stuttgart zu kommen. Bald hatte er mir von Erbstreitigkeiten erzählt (tröstlich, dass also auch seine Sippe nicht aus Unsterblichen bestand), weiterhin war sein Bruder ein Halunke, und er eigentlich auch, denn das müsse man heutzutage sein, wie alle, die oben und die unten sowieso. Er redete wie ein Wasserfall, wohl weil er es nicht gewohnt war, Unterhaltungen zu führen und die meisten Menschen in seinem Leben auf ihn reagiert hatten wie ich, nämlich stumm, nämlich möglichst gar nicht. Auf bizarre Art lernfähig war er also.
Selten hatte ich mich so gefreut, ein Möbelhaus aus einem Zugfenster zu sehen wie jetzt. Bietigheim war nah. Ich stieg aus, und er mit mir. Verdammt. Ich tat, als müsse ich in die S-Bahn umsteigen, er kam mit. Ich stieg – schon aller Logik beraubt – in Asperg wieder aus (zu spät war ich schon, und was zur Hölle sollte ich in Asperg?) – und raten sie, wer nicht von meiner Seite wich.
In
seinen Augen arbeitete ich also in Asperg oder hatte dort sonstwie zu tun. Gehörte er zum Gefängniskrankenhaus oder glaubte er, dass ich? Ich versuchte, ihn loszuwerden, indem ich die schmalen Freistäffele zum Asperg hochzusteigen begann. Er erzählte immer weiter, ich hörte längst nicht mehr zu, was mir leichter fiel als angenommen.
Plötzlich aber blieb er stehen. Ich auch. Er sah mir starr ins Gesicht: „Verfolg mich nicht! Geh nach Heilbronn zurück!“, stupfte er mich mit dem ledrigen Zeigefinger vor die Brust und setzte den Weg treppauf zum Asperg fort, ein Zipfel des gelben Schals baumelte ihm das Rückgrat herunter. Ich blieb stehen. Es fing an zu regnen, und ich hatte im Schatten des Berges kein Netz, um Bescheid zu sagen, dass ich heute später zur Arbeit kommen würde. Viel viel später.

Ich atmete durch und ging ihm nach. 

Autor: Nicolai Köppel, geb. 1972, lebt in Heilbronn

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Teilnahmebedingungen


1. Teilnehmen können alle Bürgerinnen und Bürger Heilbronns und Umgebung sowie alle außerstädtische AutorInnen die irgendwie einen Bezug zur Stadt oder dem Stück aufbauen können.
 Aber so ganz eng sehen wir das alles nicht. So dürfen auch alle mitmachen, die im Großraum Heilbronn geboren wurden oder für länger Zeit dort gelebt haben. Auch wollen wir diejenigen, die sich als HeilbronnerInnen fühlen, aber ordnungsamtstechnisch zu anderen Landkreisen zählen, nicht ausschließen.


2. Der Wettbewerb geht vom 15. Oktober 2009 bis 15. Januar 2010 ( Es gilt das Datum des Poststempels). Alle späteren Einreichungen können nicht berücksichtigt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

3. Die eingereichte Kurzgeschichte darf eine Länge von maximal 400 Wörtern (inklusive Zitat, OHNE Angabe der Quelle) nicht überschreiten. Alle längeren Kurzgeschichten werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Gedichte und andere Textgattungen werden ebenfalls nicht berücksichtigt.

4. Mit der Teilnahme am Wettbewerb und der Einsendung des schriftlichen Beitrages verbleibt das Urheberrecht bei der Autorin/bei dem Autoren.
Gleichzeitig erklärt sich die Autorin/der Autor bereit, den Beitrag kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Dem Veranstalter wird das Recht eingeräumt, eingereichte Texte kostenfrei in Print und/oder elektronischen Medien oder Dokumentationen zu veröffentlichen.

5. Jede/r TeilnehmerIn darf maximal eine Kurzgeschichte einreichen.
Bei Mehrfacheinreichungen werden alle Kurzgeschichten des Teilnehmers/der Teilnehmerin aus dem Wettbewerb ausgeschlossen.


Der Lest-Käthchen-Flashmob geht am 9. Jan. 2010 in die zweite Runde!
--- Mehr Infos demnächst auf  www.lestkaethchen.wordpress.com